Kalauerritt durch Klischeekistan
Immerhin eins kann man Zweiohrküken nicht vorwerfen: nämlich dass er nicht von Anfang an mit offenen Karten spielen würde. Nora Tschirner steigt in der Opening-Sequenz aus einem Kampfjet, bezeichnet sich als selbstbewusste Frau und schwärmt anschließend von ihrem Freund Ludo und davon, wie heiß der im Bett ist. Sie erzählt uns auch, dass sie am liebsten den Oralsex mag, und zwar bis zum Schluss, weil Ludo so gut schmeckt. Dann stöhnt sie erst mal ein bisschen rum, bevor sie ihren Overall öffnet und sich darunter nur nackte Haut und Riesenbrüste offenbaren: denn Ludo steht doch so auf Angelina Jolie. Nachdem diese Fake-Hupen ausgiebig der Kamera entgegengewackelt sind, wird Ludo (Til Schweiger) von seiner Freundin Anna (Nora Tschirner) unsanft aus seinem feuchten Traum gerissen, da diese sich darüber beschwert, dass sie ihm schon wieder seine Sachen hinterher räumen muss
.

Willkommen im Beziehungsalltag. Willkommen auch in der Einfallslosigkeit. Zweiohrküken hat das Erbe seines überaus gelungenen Vorgängers Keinohrhasen anzutreten und scheitert dabei in allen Belangen. Die schlüpfrigen Witze sind nicht mehr charmant, sondern (wie schon im Tschirner-Monolog zu Beginn erkennbar) nur noch Krawall und plump. Matthias Schweighöfers Rolle als Ludos bester Freund ist für einige der größten Lacher im gesamten Film zuständig, wirkt aber dennoch verschenkt und erzwungen. Und Alwara Höfels, die in Keinohrhasen noch als beste Freundin von Anna mit Charme überzeugte, ist in Zweiohrküken sogar überhaupt nicht mehr dabei. Da hätte Schweiger mal lieber auf den nur aufgrund des Star-Faktors eingebauten, völlig unnötigen Auftritt von Klitschko und Catterfeld verzichten sollen.
Und die Story? Lässt sich auf einem halben Bierdeckel erzählen. Beziehungsprobleme aus Klischeekistan reichen sich die Klinke in die Hand, Exfreunde und Exfreundinnen betreten die Kampfbahn im denkbar ungünstigsten Moment und Ken Duken trägt zwischenzeitlich eine Riesenpenisprothese mit sich spazieren. Das soll wahrscheinlich witzig sein. Witzig ist es aber leider nur auf der sehr oberflächlichen Peniswitz-Schiene. Das ist es nicht wert, erinnert zu werden: der schreiend komische Oralsexdialog in Keinohrhasen hingegen war es. Schweiger geht mit seinem Sequel in schlicht und ergreifend jeglicher Hinsicht den einfachen Weg. Einfallsreichtum ist Fehlanzeige, Zweiohrküken ist Stangenware.
Wenn man sich von einer deutschen Komödie nicht mehr als ein paar gelungene Lacher erwartet, die nach Sichtung des Films auch direkt wieder vergessen sind, ist Schweigers neue Cashcow zu Weihnachten sicher nicht die schlechteste Wahl. Aber wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, habe ich letztes Jahr sogar in 1 ½ Ritter öfter gelacht: den Vergleich lässt man am besten einfach unkommentiert stehen.

Ein guter Soundtrack ist erneut vorhanden (und ebenso erneut werden sich darüber insbesondere One Republic freuen), aber an den herausragenden Soundtrack der ersten Irrungen und Wirrungen um Ludo und Anna anno 2007 kommt er nicht heran. Diese ständigen Vergleiche mit Keinohrhasen aber auch immer. Nur: Damit muss so ein Sequel leben. Zweiohrküken trägt die Last auf den Schultern, sich von seinem Vorgänger abzusetzen. Dessen gar nicht existente Hasenohren aber überschatten jeden Aspekt des Nachfolgers derart deutlich, dass man sich fragen muss: Wieso existiert dieser Film? Wir alle kennen die Antwort. Und obwohl auch ich sie kenne, falle ich voll drauf rein. Well played, Mr. Schweiger.
Nächstens dann Dreiohrschweinchen? Dann aber wieder ohne Narrenfreiheit.
Immerhin eins kann man Zweiohrküken nicht vorwerfen: nämlich dass er nicht von Anfang an mit offenen Karten spielen würde. Nora Tschirner steigt in der Opening-Sequenz aus einem Kampfjet, bezeichnet sich als selbstbewusste Frau und schwärmt anschließend von ihrem Freund Ludo und davon, wie heiß der im Bett ist. Sie erzählt uns auch, dass sie am liebsten den Oralsex mag, und zwar bis zum Schluss, weil Ludo so gut schmeckt. Dann stöhnt sie erst mal ein bisschen rum, bevor sie ihren Overall öffnet und sich darunter nur nackte Haut und Riesenbrüste offenbaren: denn Ludo steht doch so auf Angelina Jolie. Nachdem diese Fake-Hupen ausgiebig der Kamera entgegengewackelt sind, wird Ludo (Til Schweiger) von seiner Freundin Anna (Nora Tschirner) unsanft aus seinem feuchten Traum gerissen, da diese sich darüber beschwert, dass sie ihm schon wieder seine Sachen hinterher räumen muss
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Willkommen im Beziehungsalltag. Willkommen auch in der Einfallslosigkeit. Zweiohrküken hat das Erbe seines überaus gelungenen Vorgängers Keinohrhasen anzutreten und scheitert dabei in allen Belangen. Die schlüpfrigen Witze sind nicht mehr charmant, sondern (wie schon im Tschirner-Monolog zu Beginn erkennbar) nur noch Krawall und plump. Matthias Schweighöfers Rolle als Ludos bester Freund ist für einige der größten Lacher im gesamten Film zuständig, wirkt aber dennoch verschenkt und erzwungen. Und Alwara Höfels, die in Keinohrhasen noch als beste Freundin von Anna mit Charme überzeugte, ist in Zweiohrküken sogar überhaupt nicht mehr dabei. Da hätte Schweiger mal lieber auf den nur aufgrund des Star-Faktors eingebauten, völlig unnötigen Auftritt von Klitschko und Catterfeld verzichten sollen.
Und die Story? Lässt sich auf einem halben Bierdeckel erzählen. Beziehungsprobleme aus Klischeekistan reichen sich die Klinke in die Hand, Exfreunde und Exfreundinnen betreten die Kampfbahn im denkbar ungünstigsten Moment und Ken Duken trägt zwischenzeitlich eine Riesenpenisprothese mit sich spazieren. Das soll wahrscheinlich witzig sein. Witzig ist es aber leider nur auf der sehr oberflächlichen Peniswitz-Schiene. Das ist es nicht wert, erinnert zu werden: der schreiend komische Oralsexdialog in Keinohrhasen hingegen war es. Schweiger geht mit seinem Sequel in schlicht und ergreifend jeglicher Hinsicht den einfachen Weg. Einfallsreichtum ist Fehlanzeige, Zweiohrküken ist Stangenware.
Wenn man sich von einer deutschen Komödie nicht mehr als ein paar gelungene Lacher erwartet, die nach Sichtung des Films auch direkt wieder vergessen sind, ist Schweigers neue Cashcow zu Weihnachten sicher nicht die schlechteste Wahl. Aber wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, habe ich letztes Jahr sogar in 1 ½ Ritter öfter gelacht: den Vergleich lässt man am besten einfach unkommentiert stehen.

Ein guter Soundtrack ist erneut vorhanden (und ebenso erneut werden sich darüber insbesondere One Republic freuen), aber an den herausragenden Soundtrack der ersten Irrungen und Wirrungen um Ludo und Anna anno 2007 kommt er nicht heran. Diese ständigen Vergleiche mit Keinohrhasen aber auch immer. Nur: Damit muss so ein Sequel leben. Zweiohrküken trägt die Last auf den Schultern, sich von seinem Vorgänger abzusetzen. Dessen gar nicht existente Hasenohren aber überschatten jeden Aspekt des Nachfolgers derart deutlich, dass man sich fragen muss: Wieso existiert dieser Film? Wir alle kennen die Antwort. Und obwohl auch ich sie kenne, falle ich voll drauf rein. Well played, Mr. Schweiger.
Nächstens dann Dreiohrschweinchen? Dann aber wieder ohne Narrenfreiheit.






